ISiK: Standard für den Datenaustausch in Krankenhäusern

25.8.2026 2:20 PM

ISiK: Standard für den Datenaustausch in Krankenhäusern
ISiK: Standard für den Datenaustausch in Krankenhäusern

ISiK – Auf einen Blick

  • Was bedeutet ISiK? ISiK steht für „Informationstechnische Systeme in Krankenhäusern“ und definiert verbindliche Schnittstellen für den Austausch von Gesundheitsdaten.
  • Warum wurde ISiK entwickelt? Der Standard soll Datensilos und individuelle Schnittstellen reduzieren und eine gemeinsame digitale Sprache für die Krankenhaus-IT schaffen.
  • Wie funktioniert ISiK? ISiK nutzt FHIR-Profile und REST-basierte Schnittstellen, damit unterschiedliche Systeme Gesundheitsdaten einheitlich bereitstellen und verarbeiten können.
  • Welche Vorteile bietet ISiK? Einheitliche Schnittstellen reduzieren Mehrfacheingaben und Medienbrüche, erleichtern Systemintegrationen und verbessern die Verfügbarkeit relevanter Informationen.
  • Welche ISiK-Stufe ist aktuell maßgeblich? Derzeit gelten die verbindlichen Module der Stufe 3. Stufe 5 wurde veröffentlicht, ihr Implementierungstermin steht jedoch noch nicht fest.

Was ist ISiK?

ISiK steht für „Informationstechnische Systeme in Krankenhäusern und bezeichnet Spezifikationen für offene und standardisierte Schnittstellen in der Krankenhaus-IT. ISiK wurde 2021 von der gematik auf Grundlage des gesetzlichen Auftrags nach § 373 SGB V entwickelt. Für bestätigungsrelevante Systeme legen sie verbindlich fest, wie versorgungsrelevante Gesundheitsdaten bereitgestellt und ausgetauscht werden müssen.

Technisch basiert ISiK auf dem internationalen Standard HL7 FHIR. Die Implementierungsleitfäden der gematik definieren FHIR-Profile und eine REST-basierte API für die einheitliche Struktur und Übermittlung von Daten. Der Fokus liegt auf typischen Anwendungsfällen im Krankenhausalltag, darunter die Suche nach Patientinnen und Patienten sowie der Abruf von Versicherungs-, Diagnose-, Fall- und Aufenthaltsdaten.

Was ist das Ziel von ISiK?

Ziel von ISiK ist eine gemeinsame digitale Sprache für die Kommunikation und den Datenaustausch innerhalb und zwischen Krankenhäusern. Der Standard legt einheitliche Datenformate und Abfragemöglichkeiten fest, damit Gesundheitsdaten ohne technische Umwege systemübergreifend bereitgestellt und neue Anwendungen eingebunden werden können. So lassen sich proprietäre Einzelschnittstellen, Datensilos und Medienbrüche reduzieren. Das Krankenhausinformationssystem und seine Subsysteme bleiben dabei bestehen.

Die Rolle und Bedeutung von ISiK für die Telematikinfrastruktur

ISiK und die Telematikinfrastruktur erfüllen unterschiedliche, aber ergänzende Aufgaben. Die TI ermöglicht die sichere Vernetzung von Einrichtungen im Gesundheitswesen. ISiK standardisiert dagegen die Schnittstellen zwischen den informationstechnischen Systemen in Krankenhäusern. Das KIS und seine Subsysteme sind Primärsysteme und gehören nicht zur TI-Plattform.

Einheitliche FHIR-Profile stellen klinische Daten strukturiert und maschinenlesbar bereit. Sie erleichtern den Austausch innerhalb der Klinik und ebnen den Weg, Krankenhausdaten in die digitale Gesundheitsversorgung und Anwendungen wie die elektronische Patientenakte einzubinden.

Die Vorteile des ISiK Standards

Der ISiK-Standard schafft eine gemeinsame technische Grundlage für den Datenaustausch zwischen KIS, klinischen Subsystemen und weiteren Anwendungen. Der konkrete Nutzen hängt vom Einsatz der Module sowie ihrer Nutzung und Integration in klinische Abläufe ab. Daraus ergeben sich insbesondere folgende Vorteile:

  • Bessere Datenverfügbarkeit: Patienten-, Fall-, Medikations- oder Vitaldaten können von angebundenen Systemen strukturiert abgefragt und weiterverarbeitet werden.
  • Weniger Mehrfacheingaben: Bereits erfasste Informationen lassen sich beispielsweise in Pflegeanwendungen oder Entlassakten übernehmen, ohne sie erneut manuell einzutragen.
  • Weniger Medienbrüche und Fehlerquellen: Der standardisierte Datenaustausch reduziert das Übertragen von Informationen per Hand und kann dadurch Übertragungsfehler vermeiden.
  • Einfachere Systemintegration: Neue Anwendungen und Subsysteme können über definierte Schnittstellen leichter an die bestehende Krankenhaus-IT angebunden werden.
  • Schnellere Informationsweitergabe: Relevante Daten, etwa zu kritischen Erregern oder zur anschließenden Versorgung, stehen am jeweiligen Ort der Behandlung schneller zur Verfügung.
  • Unterstützung der Patientenversorgung: Aktuelle und eindeutig zugeordnete Informationen erleichtern es den behandelnden und pflegenden Fachkräften, Entscheidungen auf einer gemeinsamen Datengrundlage zu treffen.

ISiK schafft damit die technische Voraussetzung für besser vernetzte Systeme. Die Prozessverbesserung entsteht jedoch erst, wenn Krankenhäuser und Hersteller die Schnittstellen in konkrete Arbeitsabläufe integrieren.

ISiK Modul Dokumentenaustausch – Interoperabilität dank ISiK

Das ISiK-Modul Dokumentenaustausch standardisiert die Bereitstellung, Suche und den Abruf medizinischer Dokumente in Krankenhäusern. Dadurch können ein Krankenhausinformationssystem und angebundene IT-Systeme Dokumente mitsamt relevanten Informationen über einheitliche Schnittstellen austauschen. Individuelle Schnittstellenlösungen und Medienbrüche lassen sich so reduzieren.

Die technische Grundlage bilden definierte FHIR-Ressourcen und ein REST-basiertes Application Programming Interface. In den Implementierungsleitfäden legt die gematik fest, wie Primärsysteme Dokumente bereitstellen und abfragen müssen. Damit erfüllt sie ihren gesetzlichen Auftrag nach § 373 SGB V und schafft verbindliche Vorgaben für mehr Interoperabilität in der Krankenhaus-IT.

Das Modul „Dokumentenaustausch“ der ISiK-Stufe 3 wurde am 1. Juli 2023 veröffentlicht und ist seit dem 1. Juli 2025 für die bestätigungsrelevanten informationstechnischen Systeme verbindlich. Die Bestätigung erfolgt anhand der entsprechenden Vorgaben.

Alle ISiK Stufen im Überblick

Die Einführung von ISiK erfolgt in mehreren Stufen. Dabei aktualisiert die gematik bestehende Module und ergänzt neue Anwendungsfälle und Anforderungen. Für Hersteller informationstechnischer Systeme in Krankenhäusern sind jeweils die aktuell gültigen und verbindlichen Spezifikationen maßgeblich.

Derzeit bilden die Module der ISiK-Stufe 3 die verbindliche Grundlage. ISiK Stufe 5 wurde bereits veröffentlicht, befindet sich jedoch noch im Verfahren zur Herstellung der Verbindlichkeit. Der aktuelle Stand im Überblick:

  • ISiK Stufe 5: Die neue Stufe wurde am 1. Juli 2025 veröffentlicht. Ab wann ihre Implementierung verpflichtend wird, steht noch nicht fest.
  • Basis Stufe 3: Das Basismodul wurde am 1. Juli 2023 veröffentlicht und ist seit dem 1. Juli 2025 verbindlich.
  • Dokumentenaustausch Stufe 3: Das Modul regelt die Bereitstellung, Abfrage und den Zugriff auf Dokumente. Es ist seit dem 1. Juli 2025 verbindlich.
  • Medikation Stufe 3: Die Spezifikation unterstützt den standardisierten Austausch von Medikationsdaten und ist seit dem 1. Juli 2025 verbindlich.
  • Sicherheit Stufe 3: Das Modul wurde am 1. Juli 2023 veröffentlicht. Eine normative Verbindlichkeit wurde bislang nicht festgelegt.
  • Terminplanung Stufe 3: Das Modul definiert Vorgaben für den Austausch von Termininformationen und ist seit dem 1. Juli 2025 verbindlich.
  • Vitalparameter und Körpermaße Stufe 3: Die Spezifikation ermöglicht die strukturierte Bereitstellung entsprechender Gesundheitsdaten und ist seit dem 1. Juli 2025 verbindlich.

Für die aufgeführten Module wurde bislang weder ein Gültigkeitsende noch ein Abkündigungsdatum festgelegt. Die früheren Spezifikationen der ISiK-Stufen 1 und 2 sowie ISiK Stufe 4 wurden dagegen bereits abgekündigt.

Häufige Fragen und Antworten

Was bedeutet ISiK?

ISiK (Informationstechnische Systeme in Krankenhäusern) ist ein von der gematik entwickelter Standard für offene und einheitliche Schnittstellen, über die Krankenhausinformationssysteme und weitere IT-Systeme Gesundheitsdaten auf Basis von FHIR austauschen können.

Welche ISiK-Stufen gibt es?

ISiK wurde bislang in den Stufen 1 bis 5 weiterentwickelt. Die Stufen 1 und 2 sowie ISiK Stufe 4 sind bereits abgekündigt. Aktuell bilden die gültigen Module der Stufe 3 die verbindliche Grundlage. ISiK Stufe 5 wurde am 1. Juli 2025 veröffentlicht, ein verbindlicher Implementierungstermin steht jedoch noch nicht fest.

Häufige Fragen und Antworten

Wie funktioniert die Telematikinfrastruktur?
Die Telematikinfrastruktur (TI) verbindet alle Akteure des deutschen Gesundheitswesens über ein sicheres, geschlossenes Netzwerk. Der Datenaustausch erfolgt ausschließlich verschlüsselt – über den Konnektor / das TI-Gateway, den VPN-Zugangsdienst und zertifizierte Anwendungen wie KiM oder TI-Messenger. So können Praxen, Kliniken, Apotheken und andere Einrichtungen medizinische Informationen sicher austauschen.
Was braucht man für den Anschluss an die

Telematikinfrastruktur?
Für den Anschluss an die TI sind mehrere technische Komponenten erforderlich: ein Konnektor oder ein TI-Gateway zur sicheren Verbindung, Kartenterminals zum Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte, ein Praxisausweis (SMC-B) und ein elektronischer Heilberufsausweis (eHBA) zur Authentifizierung. Hinzu kommen eine TI-kompatible Praxissoftware und ein KiM-Dienst für die verschlüsselte Kommunikation.
Was ist Telematik einfach erklärt?
Telematik bedeutet die Verbindung von Telekommunikation und Informatik. Im Gesundheitswesen ermöglicht sie den sicheren digitalen Austausch sensibler Gesundheitsdaten zwischen Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und weiteren Beteiligten. Die Telematikinfrastruktur ist also das digitale Rückgrat des Gesundheitswesens.

Häufige Fragen und Antworten

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