KV Safenet: Sicherer Zugang zum Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (SNK)

27.2.2026 3:35 PM

KV Safenet: Sicherer Zugang zum Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (SNK)
KV Safenet: Sicherer Zugang zum Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (SNK)

KV Safenet – Auf einen Blick

  • Was ist KV Safenet? KV Safenet ist eine von der KBV spezifizierte Zugangstechnologie zum sicheren Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen, die über ein Hardware-VPN oder alternativ über die Telematikinfrastruktur eine geschützte Verbindung zwischen Praxis und KV herstellt.
  • Wofür wird KV Safenet genutzt? KV Safenet wird für die sichere Online-Kommunikation mit der zuständigen KV eingesetzt, insbesondere für die verpflichtende Quartalsabrechnung sowie für weitere digitale Dienste im KV-Portal.
  • Wie funktioniert die technische Anbindung? Die Anbindung erfolgt über einen zertifizierten KV Safenet Router oder eine TI-Verbindung, die einen verschlüsselten VPN-Tunnel zum Rechenzentrum der KV aufbaut und das Praxisnetzwerk vom öffentlichen Internet logisch trennt.
  • Welche Sicherheitsstandards gelten? KV Safenet basiert auf definierten Rahmenrichtlinien der KBV, zertifizierten Providern, verschlüsselten VPN-Protokollen sowie regelmäßigen Rezertifizierungen, um Datenschutz und Integrität der übertragenen Daten sicherzustellen.
  • Wie entwickelt sich KV Safenet weiter? Mit dem Ausbau der Telematikinfrastruktur verlagert sich der Zugang zum Sicheren Netz der KVen zunehmend auf TI-basierte Lösungen, wodurch klassische Hardware-VPN-Modelle perspektivisch an Bedeutung verlieren können.

Was versteht man unter KV Safenet?

KV Safenet ist eine zugelassene technische Anbindung an das Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (SNK). Dieses geschützte Netz verbindet Arztpraxen, Physiotherapiepraxen, medizinische Versorgungszentren und weitere Leistungserbringer mit den Rechenzentren der jeweiligen KV und ermöglicht eine abgesicherte digitale Kommunikation.

Wichtig ist die begriffliche Abgrenzung: KV Safenet ist nicht identisch mit dem Netz der KVen selbst, sondern eine von zwei möglichen Zugangstechnologien zu diesem geschützten Netz. Die zweite Anbindungsmöglichkeit ist KV-Flexnet, das ohne physischen Safenet-Router auskommt.

Die Technik hinter KV Safenet

KV Safenet bezeichnet die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung spezifizierte technische Anbindung an das Sichere Netz der KVen (SNK) auf Basis eines Hardware-VPN. Dabei handelt es sich nicht um eine eigene Infrastruktur, sondern um eine definierte Zugangstechnologie zu einem bestehenden, geschützten Netzverbund. Voraussetzung für die Nutzung ist ein Internetanschluss in der Praxis sowie ein funktionstüchtiger Rechner.

Die Anbindung erfolgt über einen speziell konfigurierten KV Safenet Router, der von einem KBV-zertifizierten Provider bereitgestellt wird. In den Rechenzentren der KVen werden VPN-Konzentratoren betrieben. Zwischen Router und VPN-Konzentrator wird ein verschlüsselter VPN-Tunnel aufgebaut, in dem sämtliche Datenübertragungen stattfinden. Die Absicherung erfolgt über etablierte Protokolle wie TLS oder IPSec.

Ein wesentliches Sicherheitsmerkmal besteht darin, dass der KV Safenet Router so konfiguriert ist, dass kein aktiver Zugriff aus dem öffentlichen Internet auf das Praxisnetz möglich ist. Damit wird das interne Netzwerk der Praxis konsequent abgeschottet, während gleichzeitig eine sichere Verbindung zum Netz der KVen besteht.

Die technischen und organisatorischen Anforderungen an KV Safenet Provider sind in der Rahmenrichtlinie KV Safenet festgelegt. Anbieter müssen sich zertifizieren lassen, wobei die Zertifikate jeweils eine Laufzeit von drei Jahren haben. Durch die regelmäßige Rezertifizierung wird sichergestellt, dass Sicherheitsmechanismen, Verschlüsselungsstandards und technische Vorgaben kontinuierlich an den aktuellen Stand der Technik angepasst werden.

Das sichere Netz der KVen (SNK)

Das sichere Netz der KVen (SNK) ist die geschützte Kommunikationsinfrastruktur der Kassenärztlichen Vereinigungen. Es ermöglicht den sicheren elektronischen Datenaustausch zwischen Vertragsärzten, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten und den jeweiligen KVen – unter Einhaltung hoher Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen.

Seit 2008 sind alle Kassenärztlichen Vereinigungen sowie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) über das sogenannte KV-Backbone miteinander verbunden. Dadurch entstand ein bundesweiter, geschlossener Netzverbund. Innerhalb dieses Netzes werden sowohl fachliche Anwendungen im Gesundheitswesen für Leistungserbringer als auch zentrale Infrastrukturdienste wie DNS- und NTP-Server betrieben.

Der Zugang zum SNK erfolgt heute in vielen Praxen automatisch über die Telematikinfrastruktur. Der TI-Konnektor oder das TI-Gateway authentifizieren die Einrichtung mithilfe des Praxisausweises. Nach Anmeldung mit der lebenslangen Arztnummer (LANR) oder der Betriebsstättennummer (BSNR) stehen die jeweiligen Online-Dienste zur Verfügung. Alternativ kann die Verbindung über einen zertifizierten kommerziellen Verbindungsdienst für das SNK erfolgen, etwa über KV Safenet.

Über das SNK werden zentrale Anwendungen bereitgestellt, darunter insbesondere die elektronische Quartalsabrechnung, die seit Juli 2015 verpflichtend über das sichere Netz eingereicht werden muss. Darüber hinaus stehen verschiedene Online-Portale und Services der KVen zur Verfügung, die administrative und abrechnungsbezogene Prozesse unterstützen. Je nach Dienst ist eine Anbindung über die TI oder einen anderen sicheren Verbindungsdienst erforderlich.

Datenschutz und Sicherheit von KV Safenet

KV Safenet wurde eingeführt, um eine kontrollierte und geschützte Anbindung an das sichere Netz der KVen (SNK) zu gewährleisten. Hintergrund war unter anderem die zunehmende Digitalisierung medizinischer Prozesse und die Notwendigkeit, sensible Gesundheitsdaten strukturiert und abgesichert zu übertragen. Die Infrastruktur basiert auf verschlüsselten VPN-Verbindungen, zertifizierten Zugangsprovidern sowie klar definierten technischen und organisatorischen Sicherheitsvorgaben der KBV.

Es gelten für KV Safenet verbindliche Rahmenrichtlinien, regelmäßige Zertifizierungen der Provider sowie definierte Verschlüsselungsstandards. Ziel ist es, Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der übertragenen Daten sicherzustellen. Die Infrastruktur ist vom öffentlichen Internet logisch getrennt, Zugriffsberechtigungen sind klar reglementiert, und nur zugelassene Teilnehmer erhalten Zugang zum Netz.

Kosten von KV Safenet

Die Nutzung von KV Safenet ist mit zusätzlichen Kosten verbunden, die über einen regulären Internetanschluss hinausgehen. Hintergrund sind die hohen technischen und organisatorischen Sicherheitsanforderungen, die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in der Rahmenrichtlinie KV Safenet festgelegt wurden. Zertifizierte Provider müssen diese Vorgaben erfüllen, regelmäßige Prüfungen durchlaufen und entsprechende Support- sowie Serviceleistungen bereitstellen.

Da die Richtlinie keine konkrete Hardware vorschreibt, können Anbieter unterschiedliche Lösungen verwenden. Dadurch ergeben sich verschiedene Preismodelle. Unabhängig vom gewählten Provider entstehen jedoch stets Zusatzkosten für Router, Bereitstellung, Wartung und laufenden Betrieb.

Seit Sommer 2015 ist die Onlinekommunikation mit den KVen jedoch grundsätzlich über das sichere Netz vorgesehen. Die konkreten Kosten hängen vom gewählten Provider, vom Vertragsmodell sowie vom jeweiligen Bundesland ab. In jedem Fall sollte neben den monatlichen Gebühren auch der technische Serviceumfang berücksichtigt werden, da dieser maßgeblich zur Stabilität und Sicherheit der Verbindung beiträgt.

Das KV Safenet Portal

Mit einem aktiven KV Safenet Anschluss kann eine Registrierung im KV Safenet Portal der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung erfolgen. Das Mitgliederportal bündelt zentrale Online-Dienste für Abrechnung, Dokumentation und Verwaltung.

Zu den wichtigsten Funktionen gehören:

  • Übermittlung von Test- und Echtabrechnungen an die jeweilige KV
  • Einsicht in das Feedback zur Testabrechnung
  • Abruf von Abrechnungsinformationen
  • Download von Honorarunterlagen
  • Download von Arznei- und Heilmittelinformationen
  • Elektronische Übertragung von Dokumenten (eDoku), z.B.: elektronisches Hautkrebs-Screening
  • Einsicht in das jährliche Feedback zur Qualitätssicherung, z.B. für Hautkrebs-Screening, Hörgeräteversorgung oder Zervix-Zytologie
  • Meldung freier Termine an die Terminservicestelle (TSS)
  • Zugriff auf das Fortbildungsportal der KBV
  • Verwaltung der eigenen Zugangsdaten

Häufige Fragen und Antworten

Wie komme ich ins KV Safenet?

Der Zugang zum KV Safenet erfolgt über eine zertifizierte Anbindung an das sichere Netz der KVen (SNK). In der klassischen Variante wird dafür ein KV Safenet Router eines von der KBV zugelassenen Providers installiert, der eine verschlüsselte VPN-Verbindung zum Rechenzentrum der zuständigen KV aufbaut. In vielen Praxen erfolgt der Zugriff heute alternativ über die Telematikinfrastruktur.

Was ist KV Safenet?

KV Safenet ist eine technische Anbindung an das sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen. Es handelt sich nicht um ein eigenes Netzwerk, sondern um eine definierte Zugangslösung auf Basis eines Hardware-VPN. Über KV Safenet wird eine vom öffentlichen Internet abgeschottete Verbindung aufgebaut, über die Ärzte und Physiotherapeuten sicher mit ihrer KV kommunizieren.

Wird KV Safenet abgeschafft?

Eine vollständige Abschaffung von KV Safenet ist derzeit nicht vorgesehen. Allerdings verändert sich die technische Landschaft im Zuge der Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur. In vielen Praxen wird der Zugang zum sicheren Netz der KVen bereits über die TI realisiert, sodass ein separater KV Safenet Router nicht mehr zwingend erforderlich ist.

Häufige Fragen und Antworten

Wie funktioniert die Telematikinfrastruktur?
Die Telematikinfrastruktur (TI) verbindet alle Akteure des deutschen Gesundheitswesens über ein sicheres, geschlossenes Netzwerk. Der Datenaustausch erfolgt ausschließlich verschlüsselt – über den Konnektor / das TI-Gateway, den VPN-Zugangsdienst und zertifizierte Anwendungen wie KiM oder TI-Messenger. So können Praxen, Kliniken, Apotheken und andere Einrichtungen medizinische Informationen sicher austauschen.
Was braucht man für den Anschluss an die

Telematikinfrastruktur?
Für den Anschluss an die TI sind mehrere technische Komponenten erforderlich: ein Konnektor oder ein TI-Gateway zur sicheren Verbindung, Kartenterminals zum Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte, ein Praxisausweis (SMC-B) und ein elektronischer Heilberufsausweis (eHBA) zur Authentifizierung. Hinzu kommen eine TI-kompatible Praxissoftware und ein KiM-Dienst für die verschlüsselte Kommunikation.
Was ist Telematik einfach erklärt?
Telematik bedeutet die Verbindung von Telekommunikation und Informatik. Im Gesundheitswesen ermöglicht sie den sicheren digitalen Austausch sensibler Gesundheitsdaten zwischen Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und weiteren Beteiligten. Die Telematikinfrastruktur ist also das digitale Rückgrat des Gesundheitswesens.

Häufige Fragen und Antworten

Mehr zur TI

Erhalte tiefere Einblicke in aktuelle Entwicklungen, Anwendungen und Herausforderungen der Telematikinfrastruktur. Entdecke unsere weiteren Blogartikel.

This is some text inside of a div block.