
Mobile TI – Auf einen Blick
- Was bedeutet mobile TI? Mobile TI bezeichnet keinen eigenen Infrastrukturtyp, sondern den ortsunabhängigen Zugriff auf die bestehende Telematikinfrastruktur, der durch das Upgrade auf die TI 2.0, TI-Gateways und digitale Identitäten ohne lokalen Konnektor ermöglicht wird.
- Warum gibt es keine echte mobile TI? Eine mobile Version der TI existiert nicht, weil die Telematikinfrastruktur stets ein zentrales, hochsicheres Netzwerk bleibt und nicht als separate oder dezentrale mobile Variante betrieben wird.
- Wie wird mobiler Zugriff auf die TI ermöglicht? Der mobile Zugriff auf TI-Anwendungen entsteht durch den Einsatz von TI-Gateways, zentral betriebenen Komponenten im Rechenzentrum und perspektivisch durch digitale Identitäten statt lokaler Hardware.
- Welche Rolle spielt das TI-Gateway bei der mobilen Nutzung? Das TI-Gateway ersetzt lokale Konnektoren und erlaubt einen flexiblen, standortunabhängigen Zugang zur TI, während Betrieb, Wartung und Sicherheit zentral durch gematik-lizenzierte Ansprechpartner erfolgen.
- Was unterscheidet Mobile TI vom mobilen Kartenterminal? Mobile Kartenterminals ermöglichen lediglich das mobile Auslesen und Zwischenspeichern von Versichertendaten, während der mobile TI-Zugriff über Gateways einen direkten Zugang zu TI-Anwendungen ohne lokale Geräte schafft.
Was ist die mobile TI?
Wenn von „mobiler TI“ gesprochen wird, ist in der Praxis meist der mobile Zugriff auf TI-Anwendungen über verschiedene Schnittstellen gemeint. Dieser wird durch neue technische Konzepte im Rahmen der TI 2.0 ermöglicht. Dadurch entfällt die Notwendigkeit eines lokalen Konnektors vor Ort, während der Zugriff auf Anwendungen wie ePA, E-Rezept oder KiM weiterhin vollständig TI-konform erfolgt.
„Mobile TI“ beschreibt also keinen eigenen Infrastrukturtyp, sondern einen flexiblen Nutzungsansatz: Leistungserbringer und Berufsgruppen im Gesundheitswesen können ortsunabhängig auf die TI zugreifen, etwa bei Hausbesuchen, im Außendienst oder an wechselnden Einsatzorten. Die Sicherheit, Authentifizierung und Datenübertragung erfolgen dabei weiterhin über die reguläre Telematikinfrastruktur – nur eben ohne feste, lokale Hardwarebindung.
TI-Gateway als Kommunikation im Gesundheitswesen der Zukunft
Die TI 2.0 ist die gezielte Weiterentwicklung der bestehenden Telematikinfrastruktur. Sie reagiert auf steigende Anforderungen an Sicherheit, Flexibilität und Alltagstauglichkeit und verfolgt das Ziel, digitale Anwendungen einfacher nutzbar zu machen. Es handelt sich dabei nicht um ein neues System, sondern um eine schrittweise Modernisierung der TI hin zu einer serviceorientierten Architektur.
Zentrales Element dieser Entwicklung ist das TI-Gateway. Es ersetzt lokale Konnektoren in Praxen und Einrichtungen durch zentral betriebene Highspeed-Konnektoren in zertifizierten Rechenzentren. Der Zugang zur TI erfolgt künftig über Gateway-Lösungen gematik-lizenzierter Anbieter. Betrieb, Wartung, Updates und Sicherheitsanpassungen liegen vollständig beim Anbieter.
Diese Architektur ermöglicht erstmals einen flexiblen, ortsunabhängigen Zugriff auf TI-Anwendungen mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Genau hier entsteht der Bezug zur sogenannten „mobilen TI“: Nicht die Infrastruktur ist mobil, sondern der Zugang zur TI.
Für die Authentifizierung kommen übergangsweise weiterhin der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) und die SMC-B über Kartenterminals zum Einsatz. Perspektivisch wird dieser Zugang durch digitale Identitäten ergänzt, sodass physische Karten bei mobilen Zugriffen schrittweise ersetzt werden können.
Das mobile e-Health Kartenterminal in der TI
Wenn im Praxisalltag von „mobiler TI“ die Rede ist, ist meist das mobile e-Health Kartenterminal mit Akkubetrieb gemeint – nicht eine eigenständige mobile Telematikinfrastruktur. Das mobile Kartenterminal ist ein tragbares Lesegerät, das vor allem bei Hausbesuchen, in Pflegeeinrichtungen oder im Notfalleinsatz genutzt wird.
Ein mobiles Kartenterminal (mobKT) ermöglicht:
- das Auslesen von elektronischen Gesundheitskarten (eGK) gesetzlich Versicherter
- das Auslesen von Krankenversicherungskarten privat Versicherter
- das Erfassen und lokale Zwischenspeichern abrechnungsrelevanter Versichertenstammdaten (VSDM)
Die eigentliche Verarbeitung und Abrechnung erfolgt zeitversetzt, sobald die Daten in das Primärsystem der Institution übertragen werden.
Wichtig ist die klare Einordnung: Mobile Kartenterminals ermöglichen mobile Datenerfassung, aber keinen direkten mobilen Zugriff auf die TI. Genau an dieser Stelle setzt die TI 2.0 an. Mit einem TI-Gateway und digitalen Identitäten wird künftig ein ortsunabhängiger Zugriff auf TI-Anwendungen möglich – ohne lokalen Konnektor und ohne Medienbrüche.
Vorteile der Telematikinfrastruktur 2.0
Die Telematikinfrastruktur 2.0 setzt dort an, wo die bisherige TI im Alltag an Grenzen stößt. Durch den Einsatz hardwareunabhängiger Identitäten und zentraler Dienste verändert sich der technische Unterbau grundlegend. Für Einrichtungen bedeutet das weniger lokale Abhängigkeiten, stabilere Abläufe und deutlich mehr Flexibilität.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- Weniger Hardware vor Ort: Durch den Wegfall lokaler Konnektoren erfolgt der Zugriff über TI-Gateways. Der Platzbedarf in Arztpraxen, Apotheken und weiteren Einrichtungen sinkt deutlich, ebenso der Installations- und Wartungsaufwand vor Ort.
- Höhere Systemstabilität und bessere Performance: Zentral betriebene Infrastruktur, moderne Servertechnologien und standardisierte Betriebsprozesse sorgen für einen zuverlässigen und skalierbaren TI-Zugang.
- Zentrale Verwaltung digitaler Identitäten: Mehrere Identitäten einer Organisation lassen sich gebündelt in einem Hardware Security Module (HSM-B) verwalten. Das erhöht die Sicherheit und reduziert den organisatorischen Aufwand rund um Karten, Zertifikate und PINs.
- Reduzierte Anzahl an Kartenterminals: Wenn Identitäten zentral verwaltet werden, sind weniger physische Kartenterminals erforderlich. Vor-Ort-Installation, Betrieb, Wartung und Austausch werden dadurch deutlich vereinfacht.
- Bessere Integration in bestehende IT-Strukturen: Der serviceorientierte TI-Zugang erleichtert die Anbindung an interne E-Mail-Systeme und weitere IT-Dienste. Die TI fügt sich damit besser in den digitalen Arbeitsalltag ein.
Häufige Fragen und Antworten
Was versteht man unter TI?
TI steht als Abkürzung für Telematikinfrastruktur. Diese bildet das sichere digitale Netzwerk des deutschen Gesundheitswesens, verbindet Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäuser, Therapeuten (und weitere Leistungserbringer) sowie Krankenkassen und ermöglicht die geschützte Übertragung von Gesundheitsdaten.
Ist TI Pflicht?
Ja, für die meisten Leistungserbringer im Gesundheitswesen ist der Anschluss an die TI gesetzlich verpflichtend. Dazu zählen insbesondere Arzt- und Zahnarztpraxen, Apotheken sowie Krankenhäuser. Bei fehlender oder nicht ordnungsgemäßer Anbindung drohen Vergütungskürzungen.
Was ist eine mobile TI?
Eine eigenständige „mobile TI“ gibt es nicht. Gemeint ist in der Regel der mobile Zugriff auf die Telematikinfrastruktur, etwa bei Hausbesuchen oder im Außendienst. Dieser wird künftig durch die Nutzung von TI-Gateways, digitalen Identitäten und mobilen Kartenterminals ermöglicht.
Häufige Fragen und Antworten
Telematikinfrastruktur?

