Telematikinfrastruktur für den ÖGD: Sicher vernetzt im öffentlichen Gesundheitsdienst

10.2.2026 2:10 PM

Telematikinfrastruktur für den ÖGD: Sicher vernetzt im öffentlichen Gesundheitsdienst
Telematikinfrastruktur für den ÖGD: Sicher vernetzt im öffentlichen Gesundheitsdienst

Telematikinfrastruktur für den ÖGD – Auf einen Blick

  • Was bedeutet die Telematikinfrastruktur für den ÖGD? Die Telematikinfrastruktur ermöglicht Gesundheitsämtern einen sicheren, standardisierten und datenschutzkonformen Austausch sensibler Gesundheitsdaten mit anderen Akteuren des Gesundheitswesens.
  • Warum ist die TI für Gesundheitsämter relevant? Die TI erleichtert die Zusammenarbeit mit Arztpraxen, Kliniken, Apotheken und Krankenkassen und unterstützt Gesundheitsämter bei Koordination, Bewertung und Entscheidungsfindung.
  • Welche Anwendungen nutzt der ÖGD über die TI? Gesundheitsämter können unter anderem KiM für sichere Kommunikation sowie – bei entsprechender Berechtigung – Inhalte der elektronischen Patientenakte (ePA) nutzen.
  • Welche Voraussetzungen gelten für den TI-Zugang im ÖGD? Für die Teilnahme sind unter anderem ein Konnektor oder TI-Gateway, ein VPN-Zugangsdienst, ein E-Health-Kartenterminal sowie SMC-B und eHBA erforderlich.
  • Wie wird die TI-Anbindung des ÖGD finanziert? Die Kosten für die TI-Anbindung öffentlicher Gesundheitsdienste werden auf Grundlage des Digitale-Versorgung-Gesetzes durch die gesetzlichen Krankenkassen refinanziert.

Was bedeutet die Telematikinfrastruktur für den ÖGD?

Die Telematikinfrastruktur (TI) ist das zentrale, hochsichere digitale Netzwerk des deutschen Gesundheitswesens. Sie ermöglicht den standardisierten und datenschutzkonformen Austausch von Gesundheitsinformationen zwischen medizinischen und öffentlichen Einrichtungen. Neben Arztpraxen, Krankenhäusern, Apotheken und Krankenkassen können inzwischen auch Institutionen des öffentlichen Gesundheitsdienstes an die TI angebunden werden.

Für den ÖGD bedeutet die Anbindung an die Telematikinfrastruktur einen wichtigen Schritt hin zu einer besseren digitalen Vernetzung. Gesundheitsämter erhalten damit Zugang zu etablierten TI-Anwendungen, die den Informationsaustausch mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen deutlich vereinfachen und beschleunigen. Gleichzeitig erfüllt die TI hohe Anforderungen an Datenschutz, Informationssicherheit und Verlässlichkeit.

Funktionen und Zugriff für Gesundheitsämter

Die TI-Anbindung eröffnet Gesundheitsämtern einen sicheren und standardisierten Zugang zu relevanten medizinischen Informationen. Gleichzeitig verbessert sie die digitale Kommunikation mit anderen Leistungserbringern im Gesundheitswesen und unterstützt eine effizientere Zusammenarbeit – insbesondere bei übergreifenden Versorgungs- und Koordinationsaufgaben.

Grundsätzlich gilt: Gesundheitsämter erhalten über die TI keinen pauschalen Zugriff auf alle Gesundheitsdaten, sondern können – je nach Rolle, Berechtigung und Anwendungsfall – gezielt auf bestimmte Informationen zugreifen oder diese sicher anfordern.

Zugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA)

Über die TI können Ärzte im Gesundheitsamt auf Inhalte der elektronischen Patientenakte zugreifen, sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Die ePA wird seit 2021 von den Krankenkassen bereitgestellt und enthält medizinische Informationen, die von Versicherten selbst oder durch Behandler eingestellt werden.

Typische Inhalte der ePA sind unter anderem:

  • Arztbriefe und Befunde
  • Laborergebnisse und Diagnosen
  • Medikationspläne
  • weitere behandlungsrelevante Dokumente

Da Arzt- und Zahnarztpraxen sowie Apotheken verpflichtet sind, auf Wunsch der Patienten Informationen in die ePA zu übertragen, wächst der Informationsumfang kontinuierlich. Für Gesundheitsämter kann die ePA damit eine wichtige Grundlage für fundierte Entscheidungen, z.B. im Rahmen von Begutachtungen oder koordinierenden Tätigkeiten, darstellen.

Sichere Kommunikation über KiM

Ein weiterer wichtiger Baustein für den ÖGD ist KiM (Kommunikation im Medizinwesen). KiM ist der standardisierte E-Mail-Dienst innerhalb der Telematikinfrastruktur und ausschließlich für Akteure des Gesundheitswesens vorgesehen.

Über KiM können Gesundheitsämter:

  • Befunde, Gutachten und Bescheide sicher versenden
  • medizinische Informationen bei Arztpraxen, Kliniken oder Apotheken anfordern
  • strukturiert und datenschutzkonform mit anderen Einrichtungen kommunizieren

Die Kommunikation erfolgt verschlüsselt und erfüllt hohe Anforderungen an Datenschutz und Informationssicherheit. Für den öffentlichen Gesundheitsdienst bedeutet das eine deutliche Entlastung gegenüber papierbasierten oder unsicheren Kommunikationswegen und eine Zusammenarbeit „auf Augenhöhe“ mit anderen Leistungserbringern.

Voraussetzung für die Teilnahme an der TI für öffentliche Gesundheitsdienste

Damit Gesundheitsämter und weitere Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes an die Telematikinfrastruktur angebunden werden können, sind bestimmte technische und organisatorische Voraussetzungen erforderlich. Diese entsprechen in weiten Teilen denen anderer Leistungserbringer im Gesundheitswesen, sind jedoch auf die Anforderungen des ÖGD übertragbar.

Für den TI-Zugang werden insbesondere folgende Komponenten benötigt:

  • Konnektor / TI-Gateway: Der Konnektor stellt die sichere Verbindung zur Telematikinfrastruktur her. Er kann entweder lokal in der Einrichtung betrieben oder zentral in einem Rechenzentrum als TI-Gateway bereitgestellt werden.
  • E-Health-Kartenterminal: Ein Kartenterminal der aktuellen Generation ist notwendig, um elektronische Gesundheitskarten (eGK), Institutionskarten (SMC-B) sowie elektronische Heilberufsausweise (eHBA) auszulesen.
  • VPN-Zugangsdienst: Die Anbindung an die TI erfolgt über einen speziell zugelassenen VPN-Zugangsdienst, der eine sichere und verschlüsselte Internetverbindung gewährleistet.
  • Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA): Der eHBA dient der persönlichen Authentifizierung von Ärzten im Gesundheitsamt. Zusätzlich ermöglicht er qualifizierte elektronische Signaturen, etwa für Arztbriefe oder Bescheinigungen.
  • Institutionskarte (SMC-B): Die SMC-B identifiziert das Gesundheitsamt als Institution innerhalb der TI. Sie ist Voraussetzung für den Betrieb der TI-Anwendungen und wird über die gematik beantragt und von zugelassenen Vertrauensdiensten ausgegeben.

Kosten für die TI-Anbindung des ÖGD

Die Anbindung des öffentlichen Gesundheitsdienstes an die Telematikinfrastruktur ist gesetzlich vorgesehen und finanziell abgesichert. Grundlage dafür ist das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG), das die Einbindung von Gesundheitsämtern in das digitale Gesundheitsnetz ausdrücklich ermöglicht und fördert.

Die entstehenden Kosten für die TI-Anbindung werden refinanziert. Das bedeutet konkret:

  • Die Finanzierung erfolgt über die gesetzlichen Krankenkassen (GKV): Gesundheitsämter müssen die Kosten für die TI-Anbindung nicht selbst dauerhaft tragen.
  • Refinanziert werden unter anderem: Kosten für technische Komponenten, den laufenden Betrieb sowie notwendige Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Nutzung der TI.
  • Ziel der Refinanzierung: Der Gesetzgeber stellt sicher, dass finanzielle Hürden kein Hindernis für die digitale Anbindung des ÖGD darstellen und Gesundheitsämter gleichberechtigt am digitalen Austausch im Gesundheitswesen teilnehmen können.

Vorteile der TI für den öffentlichen Gesundheitsdienst

Die Anbindung an die Telematikinfrastruktur bietet dem öffentlichen Gesundheitsdienst konkrete Vorteile im Arbeitsalltag. Gesundheitsämter profitieren von einer sicheren digitalen Vernetzung, einheitlichen Kommunikationswegen und zukunftsfähigen technischen Strukturen.

Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Einfachere und sichere Datenübertragung: Die TI ermöglicht einen datenschutzkonformen Austausch sensibler Gesundheitsinformationen zwischen Gesundheitsämtern, Arztpraxen, Kliniken, Apotheken und Krankenkassen – standardisiert, nachvollziehbar und ohne Medienbrüche.
  • Einheitliche Kommunikation im Gesundheitswesen: Über Dienste wie KiM können Befunde, Gutachten oder Anfragen schnell und sicher elektronisch übermittelt werden. Mit dem Ausbau um den TI-Messenger (TIM) wird künftig auch eine Echtzeitkommunikation möglich.
  • Direkter Zugriff auf relevante Gesundheitsinformationen: Über die elektronische Patientenakte (ePA) stehen medizinische Dokumente wie Arztbriefe, Laborergebnisse oder Röntgenbefunde strukturiert zur Verfügung. Das erleichtert die Zusammenarbeit mit anderen Leistungserbringern und beschleunigt Verwaltungs- und Entscheidungsprozesse.
  • Zukunftssichere Infrastruktur: Durch den Einsatz moderner Zugangsmodelle wie TI-Gateway-Lösungen können Gesundheitsämter bereits heute von den Konzepten der TI 2.0 profitieren. Zentrale Konnektoren und servicebasierte Zugänge reduzieren technische Abhängigkeiten vor Ort und erhöhen die Betriebssicherheit.
  • Planbare und refinanzierte Kosten: Die Anbindung des ÖGD an die TI ist gesetzlich vorgesehen und wird über die gesetzlichen Krankenkassen refinanziert. Dadurch bleibt die Nutzung der TI auch wirtschaftlich kalkulierbar und belastet die Budgets der Gesundheitsämter nicht unverhältnismäßig.
  • Hohe Verfügbarkeit und zuverlässiger Betrieb: Der Einsatz ausfallsicherer Technik sorgt für stabile Abläufe im Tagesgeschäft. Ergänzend stehen Support- und Serviceleistungen zur Verfügung, um den laufenden Betrieb zuverlässig zu unterstützen.

Häufige Fragen und Antworten

Was ist der ÖGD?

Der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) umfasst staatliche und kommunale Einrichtungen wie Gesundheitsämter, die Aufgaben im Bereich Gesundheitsschutz, Prävention, Überwachung und Beratung der Bevölkerung übernehmen.

Was gehört alles zur Telematikinfrastruktur?

Zur Telematikinfrastruktur zählen unter anderem Anwendungen wie die elektronische Patientenakte (ePA), das E-Rezept, die Kommunikation im Medizinwesen (KiM), der TI-Messenger (TIM) sowie die technische Infrastruktur für sichere Authentifizierung, Verschlüsselung und Datenübertragung.

Ist die Telematikinfrastruktur verpflichtend?

Für viele Leistungserbringer im Gesundheitswesen ist die Teilnahme an der TI gesetzlich verpflichtend. Für den öffentlichen Gesundheitsdienst ist die Anbindung vorgesehen und wird gezielt gefördert, um eine sichere digitale Vernetzung mit anderen Einrichtungen zu ermöglichen.

Häufige Fragen und Antworten

Wie funktioniert die Telematikinfrastruktur?
Die Telematikinfrastruktur (TI) verbindet alle Akteure des deutschen Gesundheitswesens über ein sicheres, geschlossenes Netzwerk. Der Datenaustausch erfolgt ausschließlich verschlüsselt – über den Konnektor / das TI-Gateway, den VPN-Zugangsdienst und zertifizierte Anwendungen wie KiM oder TI-Messenger. So können Praxen, Kliniken, Apotheken und andere Einrichtungen medizinische Informationen sicher austauschen.
Was braucht man für den Anschluss an die

Telematikinfrastruktur?
Für den Anschluss an die TI sind mehrere technische Komponenten erforderlich: ein Konnektor oder ein TI-Gateway zur sicheren Verbindung, Kartenterminals zum Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte, ein Praxisausweis (SMC-B) und ein elektronischer Heilberufsausweis (eHBA) zur Authentifizierung. Hinzu kommen eine TI-kompatible Praxissoftware und ein KiM-Dienst für die verschlüsselte Kommunikation.
Was ist Telematik einfach erklärt?
Telematik bedeutet die Verbindung von Telekommunikation und Informatik. Im Gesundheitswesen ermöglicht sie den sicheren digitalen Austausch sensibler Gesundheitsdaten zwischen Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und weiteren Beteiligten. Die Telematikinfrastruktur ist also das digitale Rückgrat des Gesundheitswesens.

Häufige Fragen und Antworten

This is some text inside of a div block.