TI as a Service: Die Telematikinfrastruktur ohne lokalen Konnektor

13.1.2026 2:30 PM

TI as a Service: Die Telematikinfrastruktur ohne lokalen Konnektor
TI as a Service: Die Telematikinfrastruktur ohne lokalen Konnektor

TI as a Service – Auf einen Blick

  • Was ist TI as a Service? TI as a Service ist ein Betriebsmodell der Telematikinfrastruktur, bei dem der TI-Konnektor zentral im Rechenzentrum eines Dienstleisters betrieben wird und Arztpraxen über ein TI-Gateway auf die TI zugreifen.
  • Wie unterscheidet sich TI as a Service vom klassischen TI-Anschluss? Im Gegensatz zum lokalen Praxiskonnektor entfällt bei TI as a Service die eigene Konnektor-Hardware, da Betrieb, Wartung und Updates vollständig durch den Anbieter übernommen werden.
  • Wie funktioniert der Zugriff auf die Telematikinfrastruktur? Der Zugriff auf die TI erfolgt über eine gesicherte VPN-Verbindung zum Rechenzentrum, von wo aus der Konnektor die Kommunikation mit den zentralen TI-Fachdiensten herstellt.
  • Für wen eignet sich TI as a Service? TI as a Service eignet sich für Arztpraxen, Kliniken, Apotheken und andere Leistungserbringer, die den technischen Aufwand und die Abhängigkeit von lokaler TI-Hardware reduzieren möchten.
  • Warum gilt TI as a Service als zukunftsfähig? Durch den zentralen Betrieb und softwarebasierte Konnektoren bietet TI as a Service eine stabile Grundlage für kommende Weiterentwicklungen der Telematikinfrastruktur.

Definition: Was ist TI as a Service?

TI as a Service bezeichnet ein Betriebsmodell der Telematikinfrastruktur, bei dem der TI-Konnektor nicht mehr lokal in der Praxis oder Apotheke betrieben wird, sondern zentral durch einen Dienstleister im Rechenzentrum. Leistungserbringer greifen dabei über ein TI-Gateway auf die TI zu, ohne selbst einen eigenen Konnektor installieren, warten oder austauschen zu müssen.

Die Anbindung der Praxen erfolgt über eine VPN-Verbindung zum Rechenzentrum des Anbieters. Je nach Ausgestaltung wird dafür entweder ein Software-VPN im bestehenden Internetrouter genutzt oder ein zusätzlicher Hardware-VPN-Router inklusive Firewall installiert. Betrieb, Wartung, Updates und Zertifikatswechsel liegen vollständig in der Verantwortung des Dienstleisters.

TI as a Service wird daher auch als Konnektor-as-a-Service oder Telematik-as-a-Service bezeichnet und verfolgt das Ziel, den technischen Aufwand und die Kosten für Leistungserbringer in Zeiten der Digitalisierung zu reduzieren, ohne den Zugriff auf TI-Anwendungen einzuschränken.

Systemaufbau von TI as a Service (TIaaS) – Highspeed Konnektoren

Bei TI as a Service befindet sich der Konnektor nicht mehr in der Praxis, sondern wird zentral im Rechenzentrum des Anbieters betrieben. Der grundlegende Ablauf in der Praxis bleibt dabei unverändert – lediglich die technische Anbindung an die Telematikinfrastruktur verlagert sich.

In der Betriebsstätte des Leistungserbringers bleiben weiterhin die Kartenterminals, die wie gewohnt mit der Praxissoftware oder dem Warenwirtschaftssystem verbunden sind. Sie dienen nach wie vor zum Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte.

Die Verbindung zwischen Praxis und Rechenzentrum wird über eine VPN-Verbindung hergestellt; zusätzlich ist der Datenverkehr auf Transportebene TLS-verschlüsselt, um ein hohes Sicherheitsniveau zu gewährleisten.

Im Rechenzentrum kommen bei modernen TIaaS-Angeboten softwarebasierte Konnektor-Instanzen, sogenannte Highspeed-Konnektoren, zum Einsatz. Diese ersetzen klassische Hardware-Konnektoren und werden zentral betrieben, gewartet und aktualisiert. Über das angebundene TI-Gateway stellen sie die sichere Kommunikation mit der zentralen Telematikinfrastruktur her.

Von dort aus erfolgt der Zugriff auf die bekannten TI-Fachdienste wie Versichertenstammdaten, eAU oder E-Rezept. Für Praxen und andere Leistungserbringer ändert sich im Alltag nichts: Sie arbeiten weiterhin mit ihrem PC und der bestehenden Software – nur der technische Unterbau des TI-Anschlusses ist ausgelagert.

Voraussetzungen für TI as a Service

Damit TI as a Service reibungslos genutzt werden kann, müssen bestimmte technische und organisatorische Voraussetzungen erfüllt sein. Sie unterscheiden sich in Teilen vom klassischen TI-Anschluss, sind für die meisten Praxen jedoch gut umsetzbar.

Grundsätzlich müssen die Zugänge und Systeminformationen bekannt und verfügbar sein. Dazu zählen der Zugriff auf das interne Netzwerk, das Primärsystem (z.B. PVS), administrative Accounts sowie die PINs der Kartenterminals und bestehende KiM-Zugänge.

Auf technischer Ebene sind folgende Punkte erforderlich:

  • Stabiler Internetzugang (IPv4) mit VPN-Pass-Through: Die Internetverbindung muss mehrere parallele VPN-Tunnel unterstützen und die vom Anbieter vorgegebenen Ports freigeschaltet haben.
  • Netzwerkinfrastruktur in der Praxis: Erforderlich sind freie RJ45-Netzwerkanschlüsse für die WAN-Seite der TIaaS-Box (Richtung Internet), für die LAN-Seite (Richtung Praxisnetz) sowie jeweils ein Anschluss pro Kartenterminal.
  • Anpassungen am Praxisverwaltungssystem: Auf dem System, auf dem das PVS läuft, muss entweder eine zweite IP-Adresse und eine permanente Route zum Konnektor eingerichtet werden können oder alternativ eine zweite Netzwerkkarte vorhanden sein.
  • Stromversorgung für TI-Komponenten: Für Router, Boxen und Kartenterminals müssen ausreichende Stromanschlüsse verfügbar sein.

Zusätzlich ist eine aktive und freigeschaltete SMC-B-Karte (Praxisausweis) zwingend notwendig, da sie weiterhin für die Authentifizierung von Institutionen innerhalb der Telematikinfrastruktur benötigt wird.

Vorteile von TI as a Service

TI as a Service verlagert den technischen Betrieb der Telematikinfrastruktur vollständig zum Dienstleister und entlastet Praxen sowie andere Leistungserbringer spürbar im Alltag. Der Nutzen ergibt sich vor allem aus weniger lokaler Technik, höherer Verfügbarkeit und klar geregelten Betriebsprozessen.

Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Kein eigener Konnektor mehr vor Ort: Betrieb, Wartung und Austausch der Konnektoren erfolgen zentral im Rechenzentrum des Anbieters.
  • 24/7-Überwachung und schnelle Reaktion bei Störungen: Die Konnektoren werden kontinuierlich überwacht; bei Ausfällen ist ein kurzfristiges Umschalten auf andere Instanzen möglich.
  • Hohe Ausfallsicherheit durch Redundanz: Zentrale Konnektorfarmen bieten eine deutlich bessere Redundanz und Sicherheit als einzelne Praxiskonnektoren.
  • Updates und Zertifikatswechsel durch den Dienstleister: Software-Updates, Sicherheitsanpassungen und Wartungsarbeiten erfolgen per Fernwartung, ohne Eingriffe in der Praxis.
  • Weniger Installations- und Wartungsaufwand: Techniker-Einsätze und Support vor Ort entfallen weitgehend, der laufende Betrieb bleibt stabil.
  • Flexiblere Kostenmodelle: Im Vergleich zum klassischen Praxiskonnektor sind alternative Vertrags- und Laufzeitmodelle möglich, die je nach Ausgestaltung Kostenvorteile bieten können.
  • Gute Vorbereitung auf kommende TI-Weiterentwicklungen: Zentrale Betriebsmodelle gelten als geeignete Grundlage für zukünftige Ausbaustufen der TI.

Häufige Fragen und Antworten

Was ist TI as a service?

TI as a Service ist ein Betriebsmodell, bei dem der TI-Konnektor nicht mehr in der Praxis betrieben wird, sondern zentral über ein TI-Gateway im Rechenzentrum eines Dienstleisters. Leistungserbringer nutzen die Telematikinfrastruktur dadurch als Dienstleistung, ohne sich selbst um Wartung oder Updates kümmern zu müssen.

Für was steht TI?

TI steht für Telematikinfrastruktur und bezeichnet das sichere digitale Netzwerk im deutschen Gesundheitswesen. Über die TI werden Anwendungen wie das E-Rezept, die eAU oder der Versichertenstammdatenabgleich zwischen Leistungserbringern und Krankenkassen abgewickelt.

Was ist ein TI-Anschluss?

Ein TI-Anschluss beschreibt die technische Anbindung einer Praxis, Apotheke oder Einrichtung an die Telematikinfrastruktur. Er stellt sicher, dass die eingesetzte Software über einen Konnektor – lokal oder zentral betrieben – auf die TI-Fachdienste zugreifen kann.

Welche Vorteile bietet das TI-Gateway?

Ein TI-Gateway ermöglicht den zentralen Betrieb des Konnektors im Rechenzentrum und reduziert die technische Komplexität in der Praxis. Updates, Wartung und Ausfallsicherung werden vom Dienstleister übernommen, während Leistungserbringer weiterhin uneingeschränkt auf die TI zugreifen können.

Häufige Fragen und Antworten

Wie funktioniert die Telematikinfrastruktur?
Die Telematikinfrastruktur (TI) verbindet alle Akteure des deutschen Gesundheitswesens über ein sicheres, geschlossenes Netzwerk. Der Datenaustausch erfolgt ausschließlich verschlüsselt – über den Konnektor / das TI-Gateway, den VPN-Zugangsdienst und zertifizierte Anwendungen wie KiM oder TI-Messenger. So können Praxen, Kliniken, Apotheken und andere Einrichtungen medizinische Informationen sicher austauschen.
Was braucht man für den Anschluss an die

Telematikinfrastruktur?
Für den Anschluss an die TI sind mehrere technische Komponenten erforderlich: ein Konnektor oder ein TI-Gateway zur sicheren Verbindung, Kartenterminals zum Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte, ein Praxisausweis (SMC-B) und ein elektronischer Heilberufsausweis (eHBA) zur Authentifizierung. Hinzu kommen eine TI-kompatible Praxissoftware und ein KiM-Dienst für die verschlüsselte Kommunikation.
Was ist Telematik einfach erklärt?
Telematik bedeutet die Verbindung von Telekommunikation und Informatik. Im Gesundheitswesen ermöglicht sie den sicheren digitalen Austausch sensibler Gesundheitsdaten zwischen Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und weiteren Beteiligten. Die Telematikinfrastruktur ist also das digitale Rückgrat des Gesundheitswesens.

Häufige Fragen und Antworten

This is some text inside of a div block.