TI-Störung: Wenn die Telematikinfrastruktur plötzlich nicht mehr funktioniert

13.1.2026 2:00 PM

TI-Störung: Wenn die Telematikinfrastruktur plötzlich nicht mehr funktioniert
TI-Störung: Wenn die Telematikinfrastruktur plötzlich nicht mehr funktioniert

TI-Störung – Auf einen Blick

  • Was bedeutet eine TI-Störung? Eine TI-Störung bedeutet, dass Arztpraxen oder Apotheken nicht mehr auf zentrale TI-Anwendungen zugreifen können und der laufende Betrieb eingeschränkt wird.
  • Was sind die häufigsten Ursachen einer TI-Störung? Die häufigsten Ursachen einer TI-Störung sind abgelaufene oder defekte Konnektoren, fehlerhafte Zertifikate, unterbrochene VPN-Verbindungen, Softwarefehler in PVS-Systemen oder zentrale Störungen bei gematik und TI-Diensten.
  • Wie erkenne ich eine TI-Störung? Eine TI-Störung erkennen Sie, indem Sie zunächst die gematik-Statusseite prüfen und anschließend lokale Komponenten wie Internetverbindung, Router, VPN, Kartenterminals, eHBA/SMC-B sowie den Konnektor kontrollieren, um die Fehlerquelle einzugrenzen.
  • Warum hilft ein frühzeitiger Umstieg auf das TI-Gateway? Ein Umstieg auf das TI-Gateway hilft, weil es zentrale, cloudbasierte Verbindungen ohne lokale Hardwarefehler bereitstellt und typische Ursachen von TI-Störungen dauerhaft eliminiert.

Was ist eine TI-Störung?

Eine TI-Störung liegt vor, wenn Leistungserbringer nicht mehr auf zentrale Dienste der Telematikinfrastruktur zugreifen können, bspw. auf das eRezept, die ePA, KIM-Nachrichten oder das VSDM. In der Praxis äußert sich das häufig durch Fehlermeldungen, endlose Ladezeiten oder den vollständigen Ausfall einzelner Anwendungen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von TI-Störungen:

  • Lokale Störungen entstehen unmittelbar in der Einrichtung, beispielsweise durch einen defekten Konnektor, fehlerhafte Karten (eHBA, SMC-B), Probleme mit dem Kartenterminal, Netzwerkfehler oder eine gestörte VPN-Verbindung. Auch Praxissoftware-Fehler oder Hardwareausfälle fallen in diesen Bereich.
  • Zentrale Störungen dagegen liegen außerhalb der eigenen Einrichtung – etwa, wenn Dienste bei der gematik, Kartenausgebern oder KIM-Anbietern nicht erreichbar sind. In solchen Fällen sind alle angeschlossenen Einrichtungen betroffen, unabhängig von der lokalen Infrastruktur.

Bei lokalen Ausfällen können Nutzer häufig selbst erste Schritte einleiten, etwa Internetverbindung prüfen, Konnektor/Kartenterminals neu starten oder Karten testen. Bei zentralen Störungen hilft ein Blick auf die Statusmeldungen der gematik.

In beiden Fällen gilt: Wenn die Ursache nicht eindeutig ist oder Störungen sich häufen, sollte ein IT-Dienstleister hinzugezogen werden – oder frühzeitig der Umstieg auf moderne Alternativen wie das TI-Gateway geplant werden, um künftige Ausfälle zu vermeiden.

Was sind Ursachen für TI-Störungen?

TI-Störungen können an vielen Stellen entstehen – sowohl in der eigenen Praxis als auch zentral bei der gematik oder den jeweiligen Diensten. Nachstehend die wichtigsten Ursachen im Überblick:

  • Abgelaufene oder defekte Konnektoren: Läuft das Zertifikat eines Konnektors ab oder ist die Hardware defekt, kann keine Verbindung mehr zur TI aufgebaut werden.
  • Software- oder Firmware-Fehler: Störungen entstehen häufig durch fehlgeschlagene Updates, nicht installierte Sicherheitsupdates oder Fehler im Praxisverwaltungssystem. Schon kleine Inkompatibilitäten können dazu führen, dass Karten nicht erkannt werden oder TI-Dienste nicht erreichbar sind.
  • Netzwerk- und VPN-Probleme: Instabile Internetverbindungen, falsch konfigurierte Router/Firewalls, defekte Netzwerkkabel oder VPN-Unterbrechungen gehören zu den häufigsten Ursachen lokaler Ausfälle.
  • Fehlerhafte Zertifikate oder Karten (SMC-B, eHBA): Eine gesperrte, abgelaufene oder defekte SMC-B verhindert jede TI-Verbindung. Ein abgelaufener oder beschädigter eHBA hat ebenfalls Auswirkungen – Signaturen für eAU oder eRezept sind dann nicht mehr möglich, sodass Ersatzverfahren genutzt werden müssen.
  • Zentrale Störungen bei der gematik oder einzelnen TI-Diensten: Gelegentlich kommt es aufseiten der Anbieter zu Ausfällen, etwa beim KiM-Nachrichtendienst oder auch bei zentralen Servern der gematik. In diesen Fällen sind nicht einzelne Praxen, sondern ganze Regionen oder bundesweit Einrichtungen betroffen.

Was tun bei einer TI-Störung?

TI-Störungen lassen sich oft schnell eingrenzen, wenn man systematisch vorgeht. Wichtig ist zunächst zu klären, ob es sich um ein lokales Problem (z.B. defekter Konnektor, Netzwerkfehler, Kartenproblem) oder um eine zentrale Störung bei der gematik handelt. Je früher die Ursache gefunden wird, desto schneller läuft der Praxisbetrieb wieder stabil – und desto eher lassen sich Ausfälle künftig vermeiden.

TI-Störungen erkennen

Der erste Schritt besteht darin, die TI-Statusseite der gematik aufzurufen. Dort wird angezeigt, ob zentrale TI-Dienste wie das eRezept, die ePA oder KIM gestört sind oder Wartungsarbeiten laufen.

Bleibt die Statusseite unauffällig, liegt das Problem mit hoher Wahrscheinlichkeit in der eigenen Praxis: etwa eine unterbrochene VPN-Verbindung, ein abgelaufener Konnektor oder ein(e) fehlerhafte(r) SMC-B/eHBA. In diesem Fall sollten lokale Komponenten geprüft werden – Router, Firewall, Netzwerkkabel, Kartenterminals und der Konnektor selbst.

IT-Dienstleister hinzuziehen

Wenn zentrale Ursachen ausgeschlossen sind und lokale Prüfungen nicht weiterhelfen, sollte der IT-Dienstleister hinzugezogen werden. Er kann Konnektor-Logfiles auswerten, Zertifikate prüfen, Firmware-Versionen kontrollieren und Fehler in der Praxissoftware identifizieren.

Monitoring für reibungslose Abläufe

Am zuverlässigsten lassen sich TI-Störungen durch aktives Monitoring verhindern. Managed-Service-Anbieter überwachen Verbindungen, Geräte und Zertifikate in Echtzeit und erkennen Störungen, bevor sie den Versorgungsalltag beeinträchtigen.

Häufige Fragen und Antworten

Was tun, wenn meine Telematikinfrastruktur ausgefallen ist?

Bei einem TI-Ausfall sollte zunächst die gematik-Statusseite geprüft werden, um zentrale Störungen auszuschließen. Funktioniert die TI laut Status einwandfrei, liegt der Fehler meist lokal, z.B. bei VPN, Konnektor, Karten oder Praxissoftware. In diesem Fall helfen ein Neustart, eine Zertifikatskontrolle oder die Unterstützung durch den IT-Dienstleister weiter.

Was passiert, wenn mein Konnektor abläuft?

Ein abgelaufener Konnektor stellt keine Verbindung mehr zur TI hereRezept, ePA, eAU und KiM funktionieren dann nicht mehr. Da eine erneute Verlängerung nicht möglich ist, muss der Konnektor rechtzeitig ersetzt oder direkt auf das TI-Gateway umgestellt werden, um den Praxisbetrieb ohne Unterbrechung aufrechtzuerhalten.

Häufige Fragen und Antworten

Wie funktioniert die Telematikinfrastruktur?
Die Telematikinfrastruktur (TI) verbindet alle Akteure des deutschen Gesundheitswesens über ein sicheres, geschlossenes Netzwerk. Der Datenaustausch erfolgt ausschließlich verschlüsselt – über den Konnektor / das TI-Gateway, den VPN-Zugangsdienst und zertifizierte Anwendungen wie KiM oder TI-Messenger. So können Praxen, Kliniken, Apotheken und andere Einrichtungen medizinische Informationen sicher austauschen.
Was braucht man für den Anschluss an die

Telematikinfrastruktur?
Für den Anschluss an die TI sind mehrere technische Komponenten erforderlich: ein Konnektor oder ein TI-Gateway zur sicheren Verbindung, Kartenterminals zum Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte, ein Praxisausweis (SMC-B) und ein elektronischer Heilberufsausweis (eHBA) zur Authentifizierung. Hinzu kommen eine TI-kompatible Praxissoftware und ein KiM-Dienst für die verschlüsselte Kommunikation.
Was ist Telematik einfach erklärt?
Telematik bedeutet die Verbindung von Telekommunikation und Informatik. Im Gesundheitswesen ermöglicht sie den sicheren digitalen Austausch sensibler Gesundheitsdaten zwischen Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und weiteren Beteiligten. Die Telematikinfrastruktur ist also das digitale Rückgrat des Gesundheitswesens.

Häufige Fragen und Antworten

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