
Telematikinfrastruktur für Sanitätshäuser – Auf einen Blick
- Was bedeutet die Telematikinfrastruktur für Sanitätshäuser? Die TI ist das sichere digitale Gesundheitsnetz, über das Sanitätshäuser mit Arztpraxen, Krankenhäusern, Apotheken, Krankenkassen und weiteren Leistungserbringern kommunizieren können.
- Warum ist die TI-Anbindung für Sanitätshäuser wichtig? Sie ermöglicht einen geschützten Datenaustausch und schafft die Grundlage für eVerordnungen, Genehmigungen, Versorgungsprozesse und Abrechnungen.
- Ab wann müssen Sanitätshäuser an die TI angebunden sein? Sanitätshäuser zählen zu den Hilfsmittelerbringern und müssen sich nach aktuellem Stand bis zum 1. Oktober 2027 an die Telematikinfrastruktur anschließen.
- Was benötigen Sanitätshäuser für den TI-Anschluss? Erforderlich sind unter anderem eine TI-fähige Praxissoftware, eine SMC-B, ein E-Health-Kartenterminal sowie ein Konnektor oder TI-Gateway.
- Welche TI-Anwendungen sind für Sanitätshäuser besonders relevant? KiM, der TI-Messenger und künftig die elektronische Hilfsmittelverordnung unterstützen die sichere Kommunikation und eine zunehmend digitale Hilfsmittelversorgung.
Warum die Telematikinfrastruktur für Sanitätshäuser so wichtig ist
Sanitätshäuser stimmen sich regelmäßig mit Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Krankenkassen und Versicherten ab. Verordnungen, Rückfragen, Genehmigungen und Abrechnungsunterlagen werden dabei häufig noch über Papier, Telefon, Fax oder herkömmliche E-Mail bearbeitet. Die Anbindung an die TI kann diese Medienbrüche reduzieren, die Digitalisierung der Hilfsmittelversorgung voranbringen und den sicheren Austausch im Gesundheitswesen vereinfachen.
Daraus ergeben sich mehrere Vorteile:
- Sichere Kommunikation: KiM ermöglicht den verschlüsselten Versand von Nachrichten und Dokumenten.
- Digitale Hilfsmittelversorgung: Verordnungen, Genehmigungen und Auftragsdaten können perspektivisch medienbruchfrei verarbeitet werden.
- Effizientere Arbeitsabläufe: Weniger manuelle Übertragungen können Fehler vermeiden und Prozesse beschleunigen.
- Bessere Versorgungsqualität: Relevante Informationen stehen schneller für die Beratung, Anpassung und Versorgung von Patienten bereit.
Gesetzliche Fristen und Regelungen zur TI-Anbindung für Sanitätshäuser
Die gesetzliche Pflicht ist in § 360 SGB V geregelt. Hilfsmittelleistungserbringer müssen sich nach aktuellem Stand bis zum 1. Oktober 2027 an die TI anschließen. Die Verschiebung der ursprünglich für Anfang 2026 geplanten Frist schafft mehr Zeit für die technische Vorbereitung und die Einführung digitaler Verordnungsprozesse. Ab 1. Juli 2027 muss die Hilfsmittelversorgung über das E-Rezept laufen.
Ein freiwilliger Anschluss ist bereits vorher möglich. Die Übergangszeit sollte genutzt werden, um Branchensoftware, SMC-B, Anschlusslösung und interne Abläufe aufeinander abzustimmen. Dabei sind vor allem drei Bereiche wichtig:
- Technik: Software, Institutionskarte und TI-Zugang prüfen.
- Organisation: Mitarbeitende schulen und neue Arbeitsabläufe vorbereiten.
- Finanzierung: Kosten und aktuelle Regelungen zur Refinanzierung klären.
Der TI-Fahrplan für Sanitätshäuser
Eine frühzeitige Planung erleichtert die schrittweise Umsetzung und verhindert Zeitdruck kurz vor Ablauf der Frist.
- Jetzt Bestandsaufnahme durchführen: Prüfen Sie, ob Ihre Branchensoftware bereits TI-fähig ist und KiM, TI-Messenger sowie künftige digitale Verordnungen unterstützt.
- 2026 Anschluss planen: Wählen Sie einen geeigneten TI-Anbieter, beantragen Sie die SMC-B und stimmen Sie Gateway, Kartenterminal, Support und Software miteinander ab.
- 2027 Anbindung umsetzen: Richten Sie den Zugang rechtzeitig ein, testen Sie die Anwendungen und bereiten Sie Mitarbeitende auf die neuen Prozesse vor.
- E-Rezept integrieren: Sobald die elektronische Verordnung für Hilfsmittel verfügbar und verbindlich ist, kann sie in Genehmigung, Versorgung und Abrechnung eingebunden werden.
Das wird für die TI-Anbindung benötigt
Für den Anschluss müssen mehrere technische und organisatorische Komponenten zuverlässig zusammenspielen. Welche Ausstattung konkret erforderlich ist, hängt von der vorhandenen Branchensoftware, den Standorten und der gewählten Lösung ab.
- Technische Basis: Eine stabile Internetverbindung, geeignete Arbeitsplätze und eine kompatible Praxissoftware bilden die Grundlage.
- SMC-B und Kartenterminal: Die SMC-B weist den Betrieb als berechtigte Einrichtung aus. Das zugelassene E-Health-Kartenterminal nimmt die Institutionskarte auf.
- Konnektor oder TI-Gateway: Der Zugang kann über einen lokalen Konnektor oder über ein TI-Gateway mit Anbindung an ein zertifiziertes Rechenzentrum erfolgen.
- KiM-Dienst: Für Kommunikation im Medizinwesen werden eine KiM-Adresse und ein passendes Clientmodul benötigt.
Vor der Bestellung sollten Softwarehersteller und TI-Anbieter gemeinsam prüfen, welche Komponenten bereits vorhanden und miteinander kompatibel sind.
Die wichtigsten TI-Anwendungen für Sanitätshäuser
Für Sanitätshäuser wird die Telematikinfrastruktur besonders dort relevant, wo Verordnungen, Rückfragen, Genehmigungen und versorgungsbezogene Unterlagen heute noch per Papier, Fax, Telefon oder normaler E-Mail bearbeitet werden. TI-Anwendungen können diese Abläufe schrittweise sicherer und digitaler gestalten.
Im Arbeitsalltag sind insbesondere drei Dienste relevant:
- KiM: Kommunikation im Medizinwesen ermöglicht den verschlüsselten und datenschutzkonformen Versand sensibler Gesundheitsdaten, Nachrichten und Dokumente. So lassen sich beispielsweise Rückfragen, Kostenvoranschläge oder versorgungsbezogene Unterlagen sicher austauschen.
- TI-Messenger: Der Messenger unterstützt kurze Abstimmungen zwischen den beteiligten Leistungserbringern. Informationen zu Verordnungen, Lieferungen oder laufenden Versorgungsprozessen können dadurch schneller geklärt werden.
- Elektronische Hilfsmittelverordnung: Das künftige E-Rezept für Hilfsmittel soll einen durchgängigen digitalen Versorgungsprozess ermöglichen. Verordnungsdaten können dann elektronisch empfangen, geprüft und in Branchensoftware, Genehmigung und Abrechnung weiterverarbeitet werden.
Welche Funktionen, beispielsweise KiM, TI-Messenger oder perspektivisch die elektronische Patientenakte, genutzt werden können, hängt vom Entwicklungsstand der Dienste, den Zugriffsrechten und der eingesetzten Software ab.
Kosten und Refinanzierung der Anbindung an die Telematikinfrastruktur
Bei der TI-Anbindung entstehen einmalige und laufende Kosten. Die Höhe hängt unter anderem von der Zahl der Standorte, der vorhandenen Technik, der Branchensoftware und dem gewählten Zugangsmodell ab.
Typische Kostenpunkte sind:
- TI-Gateway oder Konnektor inklusive Zugang
- SMC-B und E-Health-Kartenterminal
- KiM-Dienst und erforderliche Softwareupdates
- Einrichtung, Support und laufender Betrieb
§ 380 SGB V bildet die gesetzliche Grundlage für den Ausgleich notwendiger Ausstattungs- und Betriebskosten. Der Ausgleich erfolgt dabei in der Regel nicht als Einzelerstattung, sondern als monatliche TI-Pauschale. Der Anspruch beginnt mit der Inbetriebnahme der TI-Ausstattung, nicht erst mit der Pflichtfrist. Wer früher anschließt, bezieht die Pauschale also entsprechend länger.
Die Vorteile der TI-Anbindung mit Telekonnekt als Partner
Telekonnekt unterstützt Sanitätshäuser dabei, den Anschluss strukturiert und mit möglichst geringem technischem Aufwand umzusetzen. Das TI-Gateway ermöglicht den Zugang ohne eigenen lokalen Konnektor im Betrieb. Wartung und Updates werden zentral organisiert, während vorhandene Systeme weiterhin eingebunden werden können.
Zum Leistungsumfang gehören die Abstimmung mit der Branchensoftware, die Einbindung von SMC-B-Karte und Kartenterminal sowie Unterstützung bei Einrichtung und laufendem Betrieb. Dadurch erhalten Betriebe einen zentralen Ansprechpartner für Technik, Support und Fragen zur Refinanzierung. Die verbleibende Zeit bis zur Anschlusspflicht kann genutzt werden, um Arbeitsabläufe zu testen und Mitarbeitende ohne unnötigen Zeitdruck vorzubereiten.
Häufige Fragen und Antworten
Welche TI-Anbieter sind für Sanitätshäuser am besten geeignet?
Geeignet sind von der gematik zugelassene TI-Anbieter, die eine mit der Praxissoftware kompatible Lösung, transparente Kosten und zuverlässigen Support bieten. Telekonnekt begleitet Sanitätshäuser von der Planung über die Einrichtung bis zum laufenden Betrieb des TI-Zugangs.
Welches TI-Gateway bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Sanitätshäuser?
Ein pauschal bestes TI-Gateway gibt es nicht. Entscheidend sind der Gesamtpreis, enthaltene Leistungen, Vertragslaufzeit, Support, Ausfallsicherheit und die Kompatibilität mit den vorhandenen Systemen. Das TK-Gateway von Telekonnekt ermöglicht die TI-Anbindung ohne eigenen Konnektor vor Ort, während Wartung und Updates zentral erfolgen.
Ab wann müssen Sanitätshäuser an die Telematikinfrastruktur (TI) angebunden sein?
Sanitätshäuser zählen zu den Hilfsmittelerbringern und müssen sich nach § 360 Absatz 8 SGB V bis zum 1. Oktober 2027 an die Telematikinfrastruktur anschließen. Eine freiwillige Anbindung ist bereits vorher möglich, sodass Anwendungen wie KiM und der TI-Messenger frühzeitig genutzt werden können.
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